Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.
Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.

Die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein organisiert ca. 10 Vorträge pro Jahr. Mitglieder der AGSH, aber auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen. 

 

Vorträge 2017

 

 

Montag, den 27. Februar 2017

um 19.30 Uhr

im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein

Brockdorff-Rantzau-Str. 70, 24837 Schleswig

Neuer Welterbeantrag Haithabu und Danewerk

von Matthias Maluck

Schleswig-Holstein startet einen neuen Versuch, dass das archäologische Denkmal-Ensemble Haithabu und Danewerk als UNESCO-Welterbestätte anerkannt wird. Den entsprechenden Antrag hat Kulturministerin Anke Spoorendonk am 13. Dezember dem Kabinett vorgestellt. 2015 war ein gemeinsamer Antrag mehrerer Länder zur Eintragung des Wikingererbes in Nordeuropa vom UNESCO-Welterbekomitee zur grundsätzlichen Überarbeitung an die Antragsstaaten zurückverwiesen worden. Eine Überarbeitung des transnationalen Antrags war aus Sicht der Partnerstaaten nicht möglich, weshalb man sich entschloss, das gemeinsame Vorhaben nicht weiterzuführen. "Wir haben uns aber entschlossen, Haithabu und Danewerk als Einzelantrag zu nominieren. Nach den UNESCO-Regularien gibt es für uns die Möglichkeit, über die deutsche Tentativliste 2017 einen zusätzlichen Einzelantrag in Form einer Nominierung als Kulturlandschaft einzureichen", erläuterte Spoorendonk. "Dazu musste der neue Antrag auf dieses besondere Ensemble konzentriert und die Denkmale als Kulturlandschaft und nicht als archäologische Stätte nominiert werden. Eine Eintragung als UNESCO-Kulturlandschaft wäre ein großer Erfolg für die Region und für Schleswig-Holstein insgesamt."
Die Neu-Nominierung "Die archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und dem Danewerk" konzentriert sich auf die besondere Bedeutung durch die Grenzlage an der Schleswiger Landenge, die gleichzeitig in der Wikingerzeit auch zum Handelsknoten zwischen Nord- und Ostsee wurde. Das Verteidigungssystem Danewerk und das Handelszentrum Haithabu verkörperten dabei einerseits die Austragung von Konflikten und die Kommunikation von Macht im Südskandinavien der Wikingerzeit vom 8.-11. Jahrhundert.

Die so entstandene Grenzlandschaft zeigte auch den Austausch und den Handel zwischen dänischen, fränkischen, sächsischen und slawischen Gebieten und Eliten. Danewerk und Haithabu bekamen eine wissenschaftliche Schlüsselstellung für die Interpretation und das Verständnis des historischen Wandels in der Wikingerzeit. Die Vielfalt und die Qualität der archäologischen Zeugnisse von Haithabu und Danewerk weisen auf die einzigartige Rolle dieser Landschaft als Mitte eines Grenzraums zwischen dem christlichen Kontinent und den skandinavischen Gesellschaften hin, was sie zum einzigartigen Zeugnis der Geschichte Nordeuropas erhebt. Der jetzige Antrag unterscheidet sich vom vorherigen, transnationalen Antrag vor allem in seiner Reduktion auf Haithabu und Danewerk, die vorher nur eine Komponente unter mehreren waren. Zudem ist er nun ein rein nationales Vorhaben statt eines transnationalen seriellen Projektes.

Der Vortrag stellt den Neuansatz der Welterbenominierung vor und erläutert die Unterschiede zum vorherigen Antrag. Zudem werden Fragen des praktischen Denkmalpflegemanagements im Rahmen des Antrags besprochen. Die Diskussion mit dem Publikum ist dabei ausdrücklich erwünscht.

Zum Vortragenden

Matthias Maluck studierte Archäologie in Heidelberg, Galway/Irland und Kiel und arbeitet seit 2005 am Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein. Er führte u. A.  internationale Projekte etwa zur Erhaltung von Kulturlandschaft im Wattenmeergebiet zusammen mit Dänemark und den Niederlanden durch. Seit 2008 ist er für den UNESCO Welterbeantrag für Danewerk und Haithabu und die Pflege beider Stätten verantwortlich. Im letzten Jahr übernahm der die Leitung der Abteilung für Planung und internationale Projekte.

Info: http://www.schloss-gottorf.de/haithabu/auf-dem-weg-zum-weltkulturerbe

 

 

Montag, den 30. Januar 2017

 

um 19.30 Uhr

 

im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein

Brockdorff-Rantzau-Str. 70, 24837 Schleswig

 

Masterplan Schloss Gottorf -
Die Modernisierung der Schleswiger Museumsinsel
von Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim

 

Als Schloss Gottorf vor 70 Jahren zum Museum wurde, war der Bau zuvor über ein Jahrhundert Kaserne gewesen – und hatte entsprechend gelitten. In den vergangenen Jahrzehnten wurden etliche Bausünden der Kasernenzeit rückgängig gemacht. Die Wiederherstellung des Herzoglichen Schlosses wird durch den Masterplan fortgesetzt. Der moderne Anbau zielt auf die aktuelle Bestimmung des Schlosses ab: ein für alle Bürger offenes Museum.
In keinem Jahrhundert blieb Schloss Gottorf so unberührt wie im 20. Das frühe 21. wird nun die umfangreichsten Umgestaltungen mit sich bringen, die es seit dem Bau des gewaltigen Südflügels durch Herzog Friedrich IV. gegeben hat. Doch diesmal nicht aus repräsentativen Zwecken, sondern um Schloss Gottorf endlich als das erlebbar werden zu lassen, was es vor 70 Jahren geworden ist: ein Museum im Schloss. Exklusiv wird der Herr des Hauses persönlich über den Masterplan berichten. (www.masterplan-gottorf.de)

 

Zum Vortragenden

Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, geboren in Treysa, ist Direktor des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein und leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig.

Wissenschaftliche Schwerpunkte: Archäologie Mittel- und Nordeuropas des 1. Jahrtausends, Moorfunde Südskandinaviens, die Kommunikationswege und -beziehungen nordeuropäischer Eliten der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt, die Verbreitung römischer Militaria im Barbaricum und die frühmittelalterliche Siedlung in Haithabu.

 

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