Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.
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Die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein lädt Sie ein zur

Grabungsbesichtigung am Fundplatz Strande LA 163

Donnerstag, den 22.8.19 um 14:45 Uhr

mit Jonas Enzmann M.A.

 

Treffpunkt: Parkplatz/Campingmobilplatz am Leuchtturm Bülk. Die Teilnehmer werden dort abgeholt und zu Fuß geht es am Leuchtturm Bülk vorbei zur Pforte am Klärwerk. Fußmarsch von ca. 10 min (s. Anlage).

 

Unser AGSH-Mitglied Jonas Enzmann M.A. wird uns an der Landstation des Unterwasserfundplatzes teils spektakuläre Originalfunde, vor allem aus der diesjährigen Grabungskampagne, vorstellen. Grabungsbilder werden einen Eindruck der Befundsituation und der Arbeit vor Ort geben.

Gefunden wurden bisher u.a. menschliche Überreste, Sprossen von Aalstechern, Geweihäxte, Angelhaken, Fragmente eines Einbaums, Knochen verschiedensterer Meeresfische, See- und Landsäugetiere sowie Reste von Haselnüssen und Muscheln, Flintgeräte wie Beile, Klingen und Pfeilspitzen.

Jonas Enzmann ist uns bestens bekannt. Er hat 2016 für die Masterarbeit "Die Verbreitung der Drehmühlen aus Eifeler Basaltlava im nordwesteuropäischen Barbaricum während der Römischen Kaiserzeit". (Leitung: Prof. Dr. Carnap-Bornheim) den Archäologiepreis der AGSH erhalten.

Der Fundplatz  Strande LA 163 befindet sich auf dem Ostseegrund in sechs Metern Tiefe. Bereits die ersten Testgrabungen im Jahr 2012 belegten eine sehr gute Funderhaltung und erbrachten ein umfangreiches Fundinventar, insbesondere organische Funde, zu denen auch menschliche Überreste zählen. Typologische und naturwissenschaftliche Datierungen geben Hinweise darauf, dass der Fundplatz zwischen 5390 und 4750 v. Chr. genutzt wurde. Er datiert demzufolge in den akeramischen Abschnitt der Ertebøllekultur (Jäckelberg/Rosenfelde-Phase), für den bisher an der norddeutschen Ostseeküste nur wenige Nachweise von in-situ erhaltenen Funden existieren. Die Ufersiedlung lag am Rand einer Lagune; dort stellten Jäger, Fischer und Sammler Werkzeuge aus Flint, Knochen, Geweih und Holz her. Vor Ort hatten sie Zugang zu marinen und terrestrischen Nahrungsquellen.

Versunkende Steinzeit in der Ostsee: https://www.youtube.com/watch?time_continue=60&v=umHDBrG2_7o

 

Die praktische Durchführung der unterwasserarchäologischen Arbeiten und die wissenschaftliche Auswertung der Befunde und Funde obliegt dem, seit dem 01.04.2018 im Rahmen einer Doktorandenstelle am NIhK (Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung) tätigen,  wissenschaftlichen Mitarbeiter Jonas Enzmann M.A.

http://www.nihk.de/forschung/aktuelle-projekte/strande-erteboelle-kieler-bucht.html

 

Jonas Enzmann M.A. ist seit 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Niedersächsisches Institut für historische  Küstenforschung tätig, zunächst im Projekt "Der kaiser- bis völkerwanderungszeitliche Ufermarkt Elsfleth-Hogenkamp" und ab 2018 im Projekt „Subsistenzstrategien, Siedlungsstruktur und Kommunikation im Endmesolithikum am Beispiel einer submarinen Mikroregion in der Kieler Bucht“ (DFG-Projekt). Sein Weg zur Archäologie begann 2007 mit seinem Zivildienst bei der archäologischen und paläontologischen Denkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Wiesbaden. Nach einem Studium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn und einem Wechsel an die Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz erhielt er 2012 den Bachelor of Arts (B.A.) an der philosophischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz. Thema: Der Seehandel im Ärmelkanal vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. aus Sicht maritimer Fundstellen.

2012-2016 folgte ein Masterstudium Prähistorische und Historische Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Während dieser Zeit ließ er sich zum geprüften Forschungstaucher und daraufhin zum Taucheinsatzleiter für Forschungstaucheinsätze am Forschungstauchzentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ausbilden.

2016 erfolgte der Studienabschluss Master of Arts (M.A.) an der philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Thema: Die Verbreitung der Drehmühlen aus Eifeler Basaltlava im nordwesteuropäischen Barbaricum während der Römischen Kaiserzeit.

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