Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.
Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.

Die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein organisiert ca. 10 Vorträge pro Jahr. Mitglieder der AGSH, aber auch Gäste sind herzlich willkommen. 

 

Vorträge 2021

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Archäologischen Gesellschaft Schleswig-Holstein,

aufgrund der Corona-Pandemie bieten wir jetzt Online-Vorträge an

 

 

Vortrag: Montag, den 14. Juni 2021

 

 

 um 19.30 Uhr (online)

 

https://video.openws.de/AGSH

 

“Dark Ages” im Norden? Kulturelle Phänomene zwischen Niedergang und Aufbruch am Übergang vom vierten zum dritten Jahrtausend v. Chr. in Schleswig-Holstein.

von Dr. Jan Piet Brozio

 

Jan Piet Brozio beschäftigt sich seit Jahren mit dem norddeutschen Neolithikum. Er ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ur- und Frühgeschichte an der Uni Kiel beschäftigt, an der er auch sein Studium erfolgreich absolvierte.

Am Übergang vom vierten zum dritten Jahrtausend v. Chr. endet die Trichterbecherkultur und zugleich sind tiefgreifende Veränderungen in den neolithischen Gemeinschaften Norddeutschlands und Südskandinaviens zu beobachten. Waren die Jahrhunderte davor von der gemeinschaftlichen Errichtung von Monumenten in Form von Großsteingräbern und Grabenwerken geprägt, erfolgte nun eine zunehmende Auflösung der in größeren Siedlungen zusammengeschlossenen und in Kollektivgräbern bestatteten Trichterbechergemeinschaften in kleinere Gruppen. Neue Kulturerscheinungen wie die Kugelamphorenkultur als auch die Einzelgrabgesellschaften traten auf.

Im Rahmen des Teilprojektes „Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene” des Kieler Schwerpunktprogrammes SFB 1266 „TransformationsDimensionen“ erfolgte eine Annäherung an diese Phänomene durch Ausgrabungen und Auswertungen materieller Kultur, deren Ergebnisse im Zentrum dieses Vortrags stehen.

  1. Vortrag: Montag, den 31. Mai 2021

 

 um 19.30 Uhr (online)

 

 

Von weisen Männern und trauernden Frauen – Zur Bedeutung von Haar und Bart in der Kunst der Wikingerzeit

 

von Dr. Sigmund Oehrl

 

Sigmund Oehrl ist Archäologe und Skandinavist, wurde 2008 in Göttingen promoviert und habilitierte sich 2017 in München. Nach langjähriger Mitarbeit im Runen-Projekt der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und einer kurzzeitigen Anstellung am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie in Schleswig ist Oehrl seit 2019 am Archäologischen Institut der Universität Stockholm beschäftigt. Zu Oehrls Forschungsgebieten zählen insbesondere Religion, Kunst und Ikonographie der nordeuropäischen Eisenzeit, Runenforschung und Jagdgeschichte.

In Stockholm leitet er ein vom Schwedischen Wissenschaftsrat gefördertes Projekt über die Bildsteine der Ostseeinsel Gotland. Ziel des Forschungsprojektes ist insbesondere die vollständige 3D-Digitalisierung dieser einmaligen Monumente und ihre digitale Neu-Edition in Form einer frei zugänglichen Online-Datenbank. Weitere Informationen zu diesem Vorhaben sind der Projekt-Homepage sowie zwei kurzen Dokumentarfilmen zu entnehmen:

 

https://www.ancientimages.se

https://vimeo.com/482701596

 

Im geplanten Vortrag wird Oehrl der Bedeutung von Haar- und Bart in der Kunst der Wikingerzeit nachspüren. Wie in vielen anderen Kulturen des Altertums und des Mittelalters dürften Bart- und Haupthaar auch bei den frühmittelalterlichen Skandinaviern als Sitz der Lebensenergie und besondere Würdezeichen angesehen worden sein, denen geheimnisvolle Kräfte innewohnen. Man denke nur an den israelitischen, bärenstarken Helden Samson, den nach dem Scheren seiner Löwenmähne alle Kräfte verließen, oder an die verbreitete Redewendung „Beim Barte des Propheten“. Von derartigen Vorstellungen scheinen auch Bilddenkmäler der Wikinger-Epoche Zeugnis abzulegen, vor allem eine prominente Gruppe von Figurinen, die sich an den eigenen Bart oder das eigene Haupthaar greifen. Diese Bart- und Haargesten sollen vorgestellt, die relevanten Denkmäler versammelt und ihre Deutungsmöglichkeiten vor dem Hintergrund weit gestreuter bildlicher und literarischer Parallelen in den Blick genommen werden. Dabei wird auch ein bislang noch wenig gewürdigter Kleinfund aus Haithabu eine Rolle spielen...

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