Aktuelle Veranstaltungen
Die AGSH bietet alljährlich für seine Mitglieder und andere Interessierte ein vielfältiges Programm, das aus Abendvorträgen archäologisch ausgerichteter Thematik, Exkursionen, Führungen zu archäologischen Denkmalen und Ausgrabungen sowie aus Ausstellungsbesuchen besteht.
Die Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein organisiert ca. 10 Vorträge pro Jahr. Mitglieder der AGSH, aber auch Gäste sind herzlich willkommen. Für mehrtägige Exkursion wird von Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern des Vereins ein Unkostenbeitrag erhoben, der Besuch von Abendvorträgen und Ausgrabungen ist kostenlos. Beim Besuch von Ausstellungen können wechselnde Eintrittskosten anfallen.
Exkursion zur Grabung
Burg Glambek auf Fehmarn
Mittwoch, den 27. Mai 2026
14.30 Uhr
Südstrandpromenade 1011
23769 Fehmarn
mit Prof. Reiner Atzbach (Aarhus)
Mit der Burg Glambek erwartet uns auf Fehmarn ein außergewöhnliches Denkmal: Sie gilt als die einzige erhaltene Backsteinburgruine Schleswig-Holsteins. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1318. Damals verpfändete der dänische König Erik VI. Menved die Burg an seinen Truchsess Nicolaus Olafson.
Zwar berichten spätere Quellen davon, dass bereits König Waldemar II. – der Bauherr der Waldemarsmauer – eine Burg auf Fehmarn besessen haben soll, doch bleibt unklar, wo sich diese befand.
In diesem Jahr führen die Universität Hamburg und die Universität Aarhus dort gemeinsame Ausgrabungen durch. Wir haben die Gelegenheit, den Forschenden direkt über die Schulter zu schauen und spannende Einblicke in die neuesten Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen zu erhalten.
Interessant ist auch: Bei Glambek handelt es sich nicht um ein archäologisches Denkmal, sondern um ein eingetragenes Baudenkmal des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein.
Die Anreise erfolgt individuell. Für einen kleinen Snack ist gesorgt, den wir gemeinsam mit dem Grabungsteam genießen werden.


Fotos: P. Portalla
Exkursion nach Silkeborg via Kolding und Jelling
zum Besuch der Ausstellung DIE SCHLÄFER IM MOOR und mehr…
Exkursion
vom 29. bis 30. August 2026
mit dem Förderverein Archäologie Schloss Gottorf e.V. und der Archäologischen Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V.
Derzeit sind unsere Moorleichen von Schloss Gottorf nach Silkeborg in Dänemark ausgeliehen. Dort sind sie gemeinsam mit dem berühmten Tollund-Mann und der Elling-Frau Teil einer höchst interessant gestalteten Schau, die sich den eisenzeitlichen Menschen auf der jütischen Halbinsel zuwendet. Der Direktor des Museums, Ole Nielsen wird uns persönlich durch die Ausstellung führen.
Auf dem Hinweg machen wir Station in Kolding und werden uns das Schloss anschauen. Die Kombination von Elementen der Schlossruine mit modernen Architekturelementen ist einmalig und unbedingt sehenswert. Genauso einzigartig ist die „Flora Danica“ – Präsentation, die im Koldinghus sowohl als originale Kupferstiche als auch als komplettes Porzellanservice aus der Königlichen Porzellanmanufaktur gezeigt wird. Mit 1.530 intakten Teilen ist es weltweit einzigartig und von schier überbordender Pracht.
Auf dem Rückweg machen wir Station in Jelling, um dort mit dem Museumsdirektor, Morten Teilmann-Jørgensen „Jellings Kongerne“ anzusehen. Wer lange nicht dort war, wird sich wundern, wie das Gelände sich verändert hat. Über diese neuen Entwicklungen werden wir aus erster Hand informiert.
Der Reisedienst Bölck hat für uns wieder ein maßgeschneidertes Angebot vorbereitet.
Bitte melden Sie sich bis Ende Mai direkt bei Bölck an.
Anmeldung: Myriam Buch, 04621 488880, myriam.buch@boelck.de
Abfahrt:
· Bereitstellung: 06:30 Uhr
· Abfahrt: 07:00 Uhr
· Ort: Schuby, Betriebshof Bölck
Rückfahrt:
30.08.2026
Preise pro Person
· ab 20 Personen: 284,00 € inkl. MwSt.
· ab 25 Personen: 250,00 € inkl. MwSt.
Einzelzimmerzuschlag:
53,00 €
Zimmerreservierung aktuell:
· 5 Doppelzimmer
· 22 Einzelzimmer
Programm
1. Tag – Kolding und Silkeborg
· Besuch Schloss Koldinghus inkl. Ausstellung „Flora Danica“
(10:00 – 11:30 Uhr)
· Weiterfahrt nach Silkeborg
· Museumsbesuch mit Führung durch den Direktor
(14:00 – 16:00 Uhr)
· Hotel-Check-in und gemeinsames Abendessen
2. Tag – Jelling und Egtved
· Besuch von Jelling
· Stopp in „Ravning Enge“ bei Egtved
· Rückfahrt nach Deutschland
Inklusive Leistungen
· Fahrt im 4/5-Sterne-Reisebus
· Frühstück auf der Hinfahrt
· 1 Übernachtung mit Frühstück
· Eintritt Koldinghus
· Eintritt Jellings Kongerne
· Straßengebühren Dänemark
Hotel: Scandic Silkeborg
Bei Fragen wenden sie sich unter 0151/20203484 an U.Drews.

Bildquelle: Tollundmanden Museum Silkeborg
Neandertaler im Norden - ein Bericht zum nördlichsten bekannten europäischen Neandertaler Fundplatz Drelsdorf bei Husum
Montag, den 29. Juni 2026
19.30 Uhr
im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein
Brockdorff-Rantzau-Str. 70
24837 Schleswig
von Hauke Jürgens (Flintbek)
Abbildung: Flintartefakt vom Fundplatz Drelsdorf; Foto: P.Portalla
MeAnfang der 1970er Jahre fiel dem Sammler und Landwirt H. I. Boockhoff auf, dass neben typischen nacheiszeitlichen Flintartefakten einige Fundstücke auf Äckern rund um Drelsdorf besondere Oberflächenveränderungen aufwiesen. Bis zu seinem Tode 2002 konnte er von verschiedenen Flurstücken 262 Fundstücke des Neandertalers zusammentragen. Die nach jetzigem Kenntnisstand möglicherweise bis zu 80.000 Jahre alten mittelpalaeolithischen Funde weisen durch eiszeitliche Einwirkungen besondere Veränderungen der Oberfläche des Flintes auf, die für die zeitliche Zuordnung in die frühe Weichsel-Eiszeit außerordentlich wichtig sind. Seit 2016 hat der Mediziner und Amateurarchäologe Hauke Jürgens die Suche in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Curator des Landesmuseums Dr. Sönke Hartz und seiner Nachfolgerin Dr. Mara Weber fortgesetzt. Bis zum heutigen Tag konnten 163 weitere Funde den Neandertalern zugeordnet werden, so dass die Gesamtzahl der Funde auf 425 angewachsen ist. Darunter sind zwei sehr gut erhaltene Schaber, die das universitäre Interesse an diesem Fundplatz wiederbelebten und 2023 und 2024 zu zwei Ausgrabungskampagnen unter der Leitung von Dr. Marcel Weiß, Uni Erlangen, führten.
Der Vortrag wird sich mit der Historie des Fundplatzes Drelsdorf, eiszeitlichen Auswirkungen auf Klima, Landschaft und Böden im Periglazialraum befassen. Entstehungsbedingungen spezifischer eiszeitlicher und nacheiszeitlicher Oberflächenveränderungen des Flintes wie Patina, Glanzbildung durch Boden- und Windeinwirkungen sowie zur Unterscheidung von Artefakt und Geofakt werden im Vortrag erläutert. Neufunde werden vorgestellt, aktuelle Erkenntnisse zur Ansprache der Drelsdorfer mittelpalaeolithischen Ackerfunde erörtert und über die vorläufigen Ergebnisse der zwei Ausgrabungen berichtet.
Zum Vortragenden: Hauke Jürgens (AGSH-Mitglied) studierte bis 1992 Medizin an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und arbeitet als Arzt für Allgemeinmedizin und Arzt für Arbeitsmedizin bei der Landespolizei Schleswig-Holstein. Über viele Jahre hat er als Sammler steinzeitlicher Artefakte insbesondere mesolithische Fundplätze in der Region Flintbek begangen. Seit 2016 beschäftigt er sich intensiv mit der Bearbeitung des mittelpaläolithischen Fundplatzes Drelsdorf. Als Amateurforscher hat er die Feldbegehungen um naturwissenschaftliche Experimente und mikroskopische Untersuchungen zu Oberflächenveränderungen des Flintes und zur Artefakt-Geofakt-Differenzierung ergänzt. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der mikroskopischen Identifizierung von rotem Helgoländer Flint.


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Süderholzerstrasse 3
24986 Mittelangeln
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