Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.
Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein e. V.

Rückschau Vorträge 2020

Aufgrund der Pandemie hat leider nur ein Vortrag stattfinden können. 

Montag, den 2. März 2020

 

 um 19.30 Uhr

 

im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein

Brockdorff-Rantzau-Str. 70

24864 Schleswig

 

Überleben in der Eiszeit

Aktuelle Forschungsergebnisse zu den Jägern und Sammlern Nordwesteuropas

 

von Markus Wild, ZBSA Schleswig

 

Die Archäologie versucht stets anhand archäologischer Hinterlassenschaften sowie deren Untersuchungen menschliches Verhalten zu rekonstruieren. Einen besonders facettenreichen Einblick in unsere Vergangenheit bieten dabei die Fundstellen des späten Jungpaläolithikums aus dem Ahrensburger Tunneltal bei Hamburg. Durch die einzigartig gute Erhaltung von Rentierknochen und -geweih auf diesen Fundstellen ist es möglich, das Leben steinzeitlicher Jäger aus verschiedensten Blickwinkeln zu rekonstruieren. In diesem Vortrag betrachten wir dabei so unterschiedliche Themen wie Traditionen, Schlachtmethoden und die Erziehung von Kindern um schlussendlich verstehen zu können, wie komplex diese frühen Jäger und Sammler schon dachten und wie sie es am Ende der Eiszeit geschafft haben, dem langen und kargen Winter ein ums andere Mal die Stirn zu bieten.

 

Zum Vortragenden: Markus Wild, 1985 geboren und aufgewachsen in Stuttgart, studierte von 2011–2014 vor- und frühgeschichtliche Archäologie der Universität Mainz. Dort schloss er sein Studium mit einer Masterarbeit zum Thema “Funktionelle Analysen der perforierten Hirschschädel vom frühmesolithischen Fundplatz Bedburg-Königshoven“ ab. Nach verschiedenen Forschungsassistenzen an der Universität Mainz und der Forschungsstelle Monrepos in Neuwied, wechselte er 2015 zur einem Forschungsaufenthalt ans Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) in Schleswig und promovierte 2019 an den Universitäten Kiel und Paris. Das Thema seiner Arbeit lautet: „Coping with risk through seasonal behavioural strategies. Technological analysis of selected Late Upper Palaeolithic antler assemblages from northern Germany, southern Scandinavia and the Paris Basin”. Seit Ende des Studiums arbeitet er in verschiedenen Forschungsprojekten in Deutschland und Dänemark. Der Schwerpunkt seiner Forschungen liegt im nordmittel- und westeuropäischen Jung- und Spätpaläolithikum mit Fokus auf den Rentierjägern der Hamburger und Ahrensburger Kultur. 

 

 

Montag, den 23. März 2020

 

um 19.30 Uhr

 

FÄLLT AUS!

 

im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein

Brockdorff-Rantzau-Str. 70

24864 Schleswig

 

Jäger, Wild und Waffen. Zur Technik der steinzeitlichen Jagd

 

von Harm Paulsen, Schleswig

 

Über viele Jahrtausende Jahre lebten die Menschen als Jäger und Sammler, dabei in ständiger Abhängigkeit vom jeweiligen Naturraum und dem dort verfügbaren Jagdwild. Im Laufe der Steinzeit entwickelten sich die Jagdmethoden von einfachen Speeren und Lanzen über die Speerschleuder bis hin zu Pfeil und Bogen, der seit dem Ende der letzten Eiszeit bis in die Jungsteinzeit die effektivste Fernwaffe darstellte. Die Jagdwaffen mussten immer wieder den sich verändernden naturräumlichen Gegebenheiten und der Jagdbeute angepasst und optimiert werden. Deshalb entstanden über die Jahrtausende  wesentliche Neuerungen in der Art und Form der Projektilspitzen.

In seinem reich bebilderten Vortag wird der Schleswiger Experimentalarchäologe Harm Paulsen, einer der besten Kenner der vorgeschichtlichen Jagdtechniken und ausgewiesener Flintschmied, über seine experimentell gewonnenen Erkenntnisse und langjährigen Erfahrungen mit vorgeschichtlichen Jagdwaffen berichten.

 

Zum Vortragenden

Harm Paulsen wurde 1944 in Lübeck geboren. Schon als 12-jähriger fertigte er seine ersten Pfeilspitzen aus Feurstein und baute indianische Werkzeugen und Jagdwaffen nach. Nur kurze Zeit später begann mit der Herstellung von jungsteinzeitlichen Flintbeilen, deren Fertigung die Generation von Experimentalarchäologen nach ihm stark beeinflusste. Nach seiner Ausbildung zum Elektroniker bei der Bundeswehr und einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Denkmalpflege Lübecks wechselt er 1968 an das ehemalige Landesamt für Vor- und Frühgeschichte in Schleswig, das heutige Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein. Dort arbeitete er eineinhalb Jahrzehnte als Grabungstechniker und Grafiker für Publikationen und die archäologische Landesaufnahme. Von 1985 bis 2009 war Harm Paulsen am heutigen Museum für Archäologie angestellt und u.a. als Mitarbeiter bei Dauerausstellungen mit der Anfertigung von Modellen beschäftigt. In dieser Zeit publizierte er verschiedene Artikel insbesondere zu seinem Lieblingsthema, der Pfeil- und Bogenwaffe. Seit 2009 ist Harm Paulsen im Ruhestand, ist aber weiterhin ehrenamtlich in der Landesarchäologie engagiert und arbeitete in vielen Fernsehproduktionen mit.

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